Pollenallergie im Spätsommer und Herbst?

Die Rede ist von Unkrautallergien, wie eine Allergie gegen das beifußblättrige Traubenfußkraut (Ambrosia) und den gemeinen Beifuß (Artemisia) sowie von pollenbedingten Nahrungsmittelallergien.

Pollen, Schimmelpilze und Insektenstiche sind häufige Allergieverursacher vor allem in den Sommermonaten.

Aber auch frisches Obst und Gemüse wie Äpfel, Trauben, Melonen und Sellerie können allergische Symptome hervorrufen.

Gibt es da einen Zusammenhang? Die Antwort lautet JA.

Dies ist als Pollen-Nahrungsmittel-Syndrom bekannt. Vor allem im Sommer essen wir viel frisches, rohes Obst und Gemüse und leiden häufiger unter Symptomen als in anderen Jahreszeiten. Kreuzreagierende Allergene, die sowohl in Pollen als auch in rohem Obst, Gemüse und einigen Baumnüssen vorkommen, können zu leichten Symptomen einer Nahrungsmittelallergie führen, wie z. B. dem oralen Allergiesyndrom.

Allergische Reaktionen auf Unkraut werden in Europa vor allem durch Pollen von Traubenfußkraut (Ambrosia artemisiifolia) und Beifuß (Artemisia vulgaris) ausgelöst.

Die allergischen Symptome reichen von allergischer Rhinokonjunktivitis bis zu allergischem Asthma. Da einige Proteine beider Allergenquellen kreuzreaktiv sind, wie z.B. Art v 1 und Amb a 4, ist es offensichtlich, dass viele Patienten sowohl gegen Beifuß als auch gegen Traubenfußkraut allergisch sind.

Darüber hinaus haben viele Menschen, die gegen Beifuß allergisch sind, ein orales Allergiesyndrom im Rahmen eines Pollen-Nahrungsmittel-Allergiesyndroms aufgrund einer Lipid-Transfer-Protein-Sensibilisierung. (1) Aufgrund sich überlappender Blütezeiten, ähnlicher Habitate, Polysensibilisierung und kreuzreaktiver Panallergene ist eine echte Kräuterpollensensibilisierung mit Allergenextrakten schwer zu diagnostizieren.

Es stehen jedoch Markerallergene für die molekulare Allergiediagnostik zur Verfügung: Amb a 1 (Traubenfußkraut) und Art v 1 (Beifuß). 90% der Ambrosia-Pollen-Allergiker zeigen eine IgE-Reaktivität auf Amb a 1 und 95% der Traubenfußkraut-Allergiker auf Art v 1. (2) Beide Allergene dienen als Markerallergene für eine spezifische Immuntherapie, wenn entsprechende klinische Symptome vorliegen.

Somit kann die molekulare Allergiediagnostik konsequent zur Identifizierung des primären Auslösers und zur Unterstützung der Auswahl des Kräuterextraktes für die spezifische Immuntherapie eingesetzt werden.

ALEX enthält die wichtigsten Allergene und Extrakte:

  • Beifuß-Extrakt
  • Beifuß-Hauptallergen Art v 1 (Defensin)
  • Beifuß-Allergen Art v 3 (Panallergen nsLTP)
  • Traubenfußkraut-Extrakt
  • Traubenfußkraut-Hauptallergen Amb a 1 (Pektat-Lyase)
  • Traubenfußkraut-Allergen Amb a 4 (Defensin)

CCD-freie Allergiediagnose

Einige Unkrautpollenallergene sind glykosyliert, darunter Amb a 1 und Art v 1. In diesem Fall bietet der ALEX eine automatische Blockierung von klinisch irrelevanten IgE-Antikörpern gegen kreuzreaktive Kohlenhydrat-Determinanten (CCDs). Diese Funktion ist wichtig, um falsch positive Testergebnisse zu reduzieren und zuverlässige Testergebnisse zu erhalten.

Von Pollen zur Nahrungsmittelallergie....

Eine sekundäre Nahrungsmittelallergie, bedingt durch kreuzreaktive Proteine in Nahrungsmitteln und in Pollen, ist bei Pollenallergikern sehr häufig. 72% einer Studienpopulation mit Beifußpollinose leiden an einer Nahrungsmittelallergie. (3) Die pollenbedingte Nahrungsmittelallergie korreliert hauptsächlich mit der IgE-Reaktivität auf Art v 3, das ein nsLTP ist und für seine hohe Kreuzreaktivität bekannt ist. Eine Sensibilisierung auf LTPs wie Pru p 3 aus Pfirsich, Ara h 9 aus Erdnuss oder Cor a 8 aus Haselnuss ist bei Personen mit Nahrungsmittelallergie weit verbreitet (80%, 69% bzw. 63%). Außerdem wurde ein Beifuß-Sellerie-Syndrom beschrieben, das auf kreuzreaktiven LTPs aus Sellerie (Api g 2, Api g 6) beruht. In der Regel sind pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien durch milde klinische Symptome wie das orale Allergiesyndrom mit einem Jucken und Kribbeln im Mund, Rachen oder auf den Lippen gekennzeichnet. Manchmal kann es aber auch zu Bauchschmerzen und sehr selten zu einer lebensbedrohlichen Reaktion, der Anaphylaxie, kommen.

Referenzen

  1. doi: 10.1159/000089188
  2. doi: 10.1096/fj.02-0472fje
  3. doi: 10.4168/aair.2019.11.1.116