Getrübte Urlaubsfreude durch Meeresfrüchteallergie

Vorteile der molekularbasierten Allergietests - ALEX auf einen Blick:

  • Bestimmung wichtiger Risikomarker, die mit großer Wahrscheinlichkeit für schwere Reaktionen verantwortlich sind

  • Indikatoren von Kreuzreaktivitäten

  • Identifizierung von Allergenen, die primäre Nahrungsmittelallergene darstellen, was die Diagnose allergischer Sensibilisierungen auf bestimmte Schalentierarten oder -familien erleichtert

In den letzten Jahren ist der Verzehr von Meeresfrüchten, insbesondere von Schalentieren, stark angestiegen. Dies hat auch zu einer Zunahme von unerwünschten Reaktionen wie der Schalentierallergie geführt.

Derzeit leiden schätzungsweise 2% der allgemeinen Weltbevölkerung an einer solchen Allergie, welche die Haut, die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und das Herz-Kreislauf-System betreffen kann. Im Gegensatz zu vielen anderen Nahrungsmittelallergien wächst sich die Schalentierallergie in der Regel nicht aus und bleibt lebenslang bei der allergischen Person bestehen. (1)

Die Beurteilung eines Patienten mit einer möglichen Schalentierallergie beginnt mit einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung. Wenn die klinische Anamnese auf eine IgE-vermittelte Allergie hinweist, sind Hauttests oder Tests auf spezifisches IgE erforderlich, um die Diagnose zu bestätigen.

ALEX deckt ein breites Spektrum an Schalentierallergenen ab, darunter:

Pen m 1 (Tropomyosin)

  • Hauptallergen - etwa 60% der Patienten mit einer Allergie gegen Krustentiere zeigen eine spezifische IgE-Reaktivität auf Tropomyosin

  • Markerallergen für Shrimpsallergie

  • Kann schwere allergische Reaktionen verursachen

  • Pen m 1 ist stabil gegen Hitze und Verdauung, daher sind Reaktionen auch auf gekochte Nahrungsmittel möglich

  • Panallergen (stark kreuzreaktiv zwischen verschiedenen Spezies, wie z. B. Krabben, Hummer und Garnelen, die Aminosäureidentitäten von 95-100% aufweisen)

  • Tropomyosine sind auch außerhalb der botanischen Familie mit homologen Proteinen kreuzreaktiv, z. B. der p 10 der Europäischen Hausstaubmilbe (Der p 10). 5-18% der Hausstaubmilben-Allergiker reagieren auch auf Pen m 1. Patienten mit IgE gegen Der p 10 haben möglicherweise eine höhere Wahrscheinlichkeit für allergische Reaktionen auf Schalentiere (Krustentiere und Mollusken), Insekten und Parasiten. (2, 3, 4) Dies sollte aufgrund der starken Kreuzreaktivität auch während einer SIT mit Milbenextrakten berücksichtigt werden

  • Tropomyosine wurden auch bei den Arten Blomia tropicalis (Blo t 10), der Amerikanischen Schabe (Per a 7) sowie Anisakis simplex (Ani s 3) nachgewiesen

Pen m 2 (Arginin Kinase)

  • Pen m 2 ist ein Mitglied der Arginin Kinasen Allergenfamilie

  • Minorallergen

  • Löst vorwiegend leichte Reaktionen aus

  • Stark kreuzreaktiv

  • Homologe Proteine wurden in Sandgarnelen, Hummer, Krebsen und Langusten, der Europäischen Hausstaubmilbe (Der p 20) und Deutschen Schabe (Bla g 9) beschrieben (5)

  • Pen m 2 ist nicht stabil gegenüber Hitze und Verdauung und verliert durch Kochen oder Braten ihre Allergenizität

Pen m 3 (Myosin light chain 1 und 2)

  • Minorallergen

  • Der Grad der Kreuzreaktivität zwischen Pen m 3 und anderen Mitgliedern der MLC Allergenfamilie ist unbekannt, aber wahrscheinlich hoch mit anderen Garnelenarten und möglich mit MLC aus Hühnerfleisch.

  • Pen m 3 ist stabil gegenüber Hitze und vermutlich auch gegenüber Verdauung.

Pen m 4 (Sarcoplasmatic Calcium Binding Protein Allergenfamilie)

  • Minorallergen

  • Markerallergen für Shrimpsallergie

  • wichtiges Element in der Diagnose von Schalentierallergien

  • Der Grad der Kreuzreaktivität mit anderen Mitgliedern der SPCBP Allergenfamilie wird als hoch angesehen

  • Es ist noch unklar, ob Pen m 4 stabil gegenüber Hitze und Verdauung ist

Cra c 6 (Troponin C)

  • Minorallergen

  • Mitglieder der Troponin C Allergenfamilie sind stark kreuzreaktiv

  • Es ist noch unklar, ob Cra c 6 stabil gegenüber Hitze und Verdauung ist

Die Kombination von IgE-Reaktivität auf beide Allergene (Pen m 1 und Pen m 4) erhöht die Sensitivität zum Nachweis klinisch allergischer Patienten. Tatsächlich wurden bisher keine speziesspezifischen Allergene identifiziert, was es schwierig macht, eine Allergie gegen eine einzelne Krebs- oder Weichtierart präzise zu diagnostizieren. Daher müssen die Ergebnisse von Allergietests, die auf einzelnen Allergenen basieren, mit klinischen Daten oder Ergebnissen von oralen Provokationstests verglichen werden. Dann ist es möglich, klinisch relevante allergische Reaktionen auf bestimmte Schalentierarten anzuzeigen oder auszuschließen.

Referenzen

  1. doi: 10.1007/s40629-016-0124-2
  2. doi: 10.1046/j.1365-2222.2003.01722.x
  3. doi: 10.1002/mnfr.201300584
  4. doi: 10.1159/000113512
  5. doi: 10.4049/jimmunol.170.1.445