Bienen- und Wespengiftallergie

Ein Picknick auf der Wiese?

Essen auf der Terrasse?

Klingt verlockend – aber die Gefahr von einer Wespe gestochen zu werden ist hoch. Barfuß im Gras laufen, sich befreit fühlen – doch auch hier kann ein Bienenstich die Freude schnell trüben.

Für die meisten Menschen gehen Schmerz und Schwellung nach Insektenstichen mit rascher Kühlung und Bekämpfung des Juckreizes schnell vorbei. Die Reaktion auf das Gift bleibt lokal begrenzt.

Doch für drei Prozent der Bevölkerung kann der Stich zu systemischen Reaktionen führen und das klinische Erscheinungsbild sehr vielfältig sein (1). Die Symptome reichen von großflächigem Juckreiz, tränenden Augen, über Magen-Darm- oder Kreislauf-Probleme bis hin zur Atemnot. Die gefährlichste systemische Reaktion ist der anaphylaktische Schock, der beim Erwachsenen am häufigsten durch Insektengift ausgelöst wird und der zu Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand führen kann. Etwa 200 Todesfälle infolge systemischer Stichreaktionen werden in Europa jährlich erfasst, die Dunkelziffer scheint jedoch deutlich höher zu sein, da die Anaphylaxie oft nicht erkannt wird.

Die verantwortlichen Insekten sind dabei die Honigbiene Apis mellifera, die vor allem in Mitteleuropa vorkommenden Faltenwespen (Vespula vulgaris, Vespula germanica) und die im südlichen Europa vorkommenden Feldwespen (Polistes dominulus). In einigen Fällen kann der Patient angeben, ob eine Biene oder Wespe ihn gestochen hat, aber die Identifizierung des die Reaktion auslösenden Insekts ist oft nicht möglich oder nicht korrekt. Eine genaue Differenzierung ist jedoch notwendig, um das für die Immuntherapie entsprechende Insektengift auszuwählen. Systemische Stichreaktionen werden durch IgE-Antikörper, die gegen Giftinhaltsstoffe, die Allergene, gerichtet sind, ausgelöst. Die spezifischen IgE-Antikörper im Serum können mithilfe definierter Bienen- bzw. Wespengift-Allergene bestimmt werden. Dadurch sind eine genaue Diagnose und Identifizierung des allergieauslösenden Insekts möglich.

Mit spezifischen Marker-Allergenen aus dem Bienengift (Api m 1, Api m 10) und aus dem Wespengift (Ves v 1, Ves v 5) gelingt es zu bestimmen, ob ein Patient nur gegen Biene, Wespe oder gegen beide Insekten allergisch ist (2). Dadurch kann das passende Gift für die oft lebensrettende spezifische Immuntherapie (SIT) ausgewählt werden.

ALEX enthält:

  • Bienengiftextrakt (Api m)

  • Bienengift-Allergen Api m 1 (Phospholipase A2)

  • Bienengift-Allergen Api m 10 (Icarapin)

  • Wespengiftextrakt (Ves v)

  • Wespengift-Allergen Ves v 1 (Phospholipase A1)

  • Wespengift-Allergen Ves v 5 (Antigen 5)

  • Wespengiftextrakt Pol d

  • Wespengiftallergen Pol d 5 (Antigen 5)

Die Giftextrakte enthalten glykosylierte Proteine und auch die Bienengiftallergene Api m 1 und Api m 10 sind Glykoproteine. Kreuzreaktive IgE-Antikörper gegen CCDs sind häufig und kommen insbesondere in Gräserpollen, pflanzlichen Nahrungsmitteln und Insektengiften vor. Mittels Verwendung eines CCD-Blockers beim ALEX Assay können gegen Kohlenhydratketten gerichtete IgE-Antikörpern blockiert werden und dadurch falsch-positive Ergebnisse vermieden werden. Mithilfe der molekularen Allergiediagnostik kann das allergieauslösende Insekt identifiziert werden, die Höhe der IgE-Spiegel gegen die spezifischen Komponenten lässt jedoch keine Rückschlüsse auf die Stärke der Stichreaktion zu (2).

Referenzen

  1. doi: 10.18176/jiaci.0310
  2. doi: 10.1371/journal.pone.0199250