Allergisch auf ihr geliebtes Haustier?

Tränen Ihre Augen oder müssen Sie niesen, nachdem Sie mit ihrem Haustier (z. B. Katze, Hund oder Pferd) gespielt, gekuschelt oder sich in dessen Nähe aufgehalten haben?

Dann leiden Sie womöglich unter einer Tierallergie.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Diese wird durch Hautschuppen von Tieren die eine Kombination aus Fell, Haut und Speichel enthalten, ausgelöst. Bereits jeder Vierte reagiert allergisch auf Hunde oder Katzen. Allerdings kann eine Tierallergie auch schwere, allergische Symptome auslösen - Hund und Katze sind hinter Milben und Pollen die dritthäufigste Ursache von allergischem Asthma.

Die betroffenen Personen besitzen meist selbst ein Haustier oder haben privaten oder beruflichen Kontakt zu einem. Die Allergene können aber auch aerogen oder über andere Personen bzw. Gegenstände übertragen werden. Sensibilisierungen gegen Felltiere sind häufig und stellen einen Risikofaktor für die Entwicklung von Rhinitis und Asthma im häuslichen sowie im beruflichen Umfeld dar.

Diagnose

Eine umfangreiche Diagnose ist der erste Schritt, um die allergieauslösende Quelle zu identifizieren und danach weitere Therapiemaßnahmen zu entscheiden. Die Diagnostik erfolgt mittels genauer Anamnese, Hauttest sowie Bestimmung von IgE gegen Einzelkomponenten der Allergenquellen. Als Therapie werden zunächst Allergenkarenz sowie medikamentöse Therapie laut ARIA Richtlinien empfohlen, bevor eine allergenspezifische Immuntherapie erwogen wird.

Präzise Diagnose

Dazu beinhaltet ALEX2 alle wichtigen Allergenkomponenten von Katze, Hund und Pferd.

Katzenallergene

  • Fel d 1 Uteroglobin (Hauptallergen bei 95% der Katzenallergiker, Indikation für SIT, assoziiert mit Risiko für Asthma)

  • Fel d 2 Serumalbumin (Nebenallergen, kreuzreaktiv, Schweinefleisch-Katzen-Syndrom)

  • Fel d 4 Lipocalin (zweitwichtigstes Allergen, Hauptallergen, kreuzreaktiv zu Equ c 1)

  • Fel d 7 (Drüsenprotein)

Wenn Patienten auf Katzen allergisch reagieren, ist meist das Hauptallergen Fel d 1 die Ursache. 95% der Katzenallergiker reagieren auf Fel d 1, welches vor allem im Speichel, aber auch in den Talgdrüsen und im Urin enthalten ist. Durch das Lecken beim Putzen verteilt die Katze Fel d 1 auf ihr gesamtes Fell. Auch Fel d 4 spielt eine wichtige Rolle. Fel d 4 ist ein Vertreter aus einer Untergruppe der Lipocaline. Man findet diese Allergene auch bei anderen Säugetieren, weshalb es bei Katzenallergikern, die auf Fel d 4 allergisch sind, auch zu Kreuzreaktivitäten auf die Allergene von Hunden und Pferden kommen kann. Es gibt aber auch Ausnahmen, denn man kennt von der Katze bereits acht Allergene: Fel d 1, Fel d 2, Fel d 3, Fel d 4, Fel d 5, Fel d 6, Fel d 7 und Fel d 8. Neben den Hauptallergenen Fel d 1 und Fel d 4, sind die restlichen Allergene Nebenallergene, welche bei weniger als 50 Prozent der Katzenallergiker eine Allergiebereitschaft auslösen.

Hundeallergene

  • Can f 1 Lipocalin

  • Can f 2 Lipocalin

  • Can f 3 Serumalbumin (kreuzreaktiv)

  • Can f 4 Lipocalin

  • Can f 5 Prostata-Kallikrein (Hauptallergen)

  • Can f 6 Lipocalin

Die Hauptallergene von Hunden, Can f 1 und Can f 5, werden von jeder Rasse produziert und finden sich in Epithel, Hautschuppen, Parotis, Zungendrüsen und Prostata. Das Hauptallergen beim Hund ist Can f 1, gegen das 50-90% der hundeallergischen Patienten sensibilisiert sind. Etwa 70% der Hundeallergiker sind auch gegen das Prostata-Kallikrein Can f 5 sensibilisiert, das nur im Urin von Rüden nachgewiesen werden kann. Fel d 1 sowie Can f 1 sind in Haushalten sowohl mit als auch ohne Katze/Hund nachweisbar.

Pferdeallergene

  • Equ c 1 Lipocalin (Hauptallergen, kreuzreaktiv zu Fel d 4)

  • Equ c 3 Serumalbumin

  • Equ c 4 Latherin

Bei den Pferdehaarallergikern sind bis zu 76% der Patienten gegen Equ c 1, das Hauptallergen des Pferdes, sensibilisiert.

60-70% der Tierallergiker sind gegen Extrakte verschiedener Haustiere sensibilisiert – aufgrund einer Primärsensibilisierung oder durch Kreuzreaktivität.

  • Serumalbumine kommen in allen Säugetieren vor und sind stark kreuzreaktiv.

  • Lipocaline besitzen eine geringe Sequenzhomologie. Allerdings sind sich die Lipocaline Equ c 1 des Pferdes und Fel d 4 der Katze sehr ähnlich und können zu Kreuzreaktionen führen.

  • Sollte bei einem Patienten IgE-Antikörper gegen zwei oder mehrere kreuzreaktive Allergene nachgewiesen werden, deutet meist der höchste IgE-Wert auf die Primärsensibilisierung hin.

Studien

Bereits für mehrere Studien wurde der ALEX2 Allergy Explorer verwendet. Can f 1 und Fel d 1 wurden in einer Studie, die an Vorschulkindern in Nordamerika durchgeführt wurde, als klinische Marker für schweres Asthma identifiziert. (1) Des Weiteren wurden in einer anderen Studie Patienten mit atopischer Dermatitis mittels umfassenden ALEX2 Panels evaluiert. Patienten, die unter schwerer atopischer Dermatitis leiden, hatten in dieser Studie hohe IgE-Werte gegen Proteine der Lipocalin sowie Uteroglobin Familie. (2)

Referenzen

  1. doi: 10.1111/all.13927
  2. doi: 10.3390/ijms22105286