Heiß ersehnt – und doch gefürchtet: der Frühsommer

…. bedeutet für jeden 5. eine unangenehme Gräserpollenallergie

So sehr sich die meisten an den ersten Sonnenstrahlen und an den blühenden Wiesen erfreuen, heißt dies für jeden 5. unter uns – tränende Augen, Niesen und laufende Nasen. 20% der Bevölkerung leidet an einer Gräserpollenallergie.

Welche Gräser lösen die häufigsten Allergien aus?

Gerade hochwachsende Gräser auf Futterwiesen, wie Wiesenlieschgras (Phleum pratense), Gemeines Knäuelgras (Dactylis glomerata), Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Italienisches Weidelgras (Lolium multiflorum), Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), sowie das Hundszahngras (Cynodon dactylon) sind hochgradig allergen. Und: Es gibt sie beinahe überall. Man findet sie nicht nur auf den Wiesen und Weiden, selbst am Wegesrand und auf Waldlichtungen wachsen diese Allergenquellen. (1)

Symptome betreffen das Atmungssystem - Rhinitis (Niesen, laufende und/oder verstopfte Nase), Konjunktivitis (juckende, tränende, rote Augen) sowie Asthma (Husten, Keuchen, Engegefühl in der Brust, Atembeschwerden). Bei vielen können sich klinische Manifestationen auch an der Haut zeigen:

• Juckreiz

• Urtikaria (Nesselsucht)

• Ekzem (Atopische Dermatitis)

Was tun bei Verdacht auf eine Gräserpollenallergie?

Die Diagnose umfasst eine umfangreiche klinische Abklärung, Hauttests, die Bestimmung von Allergen-spezifischen IgE Antikörpern sowie Provokationstests.

Extrakte unterscheiden sich sehr oft in ihrer qualitativen sowie quantitativen Allergenzusammensetzung. Allergenkomponenten helfen, zwischen positiven Ergebnissen aufgrund einer Sensibilisierung gegen spezifische Gräserpollen-Allergene oder einer Kreuzreaktivität mit Nahrungsmitteln, Kräuter- oder Baumpollen zu unterscheiden.

ALEX enthält ein sehr breites Spektrum an Gräserpollenallergenen und gibt daher genauen Aufschluss über die Allergie-auslösenden Komponenten. Sowohl Hauptallergene (Cyn d 1, Lol p 1, Phl p 1, Phl p 5, Phl p 6) als auch Nebenallergene (Phl p 7, Phl p 12) sind im ALEX enthalten. Allergene wie Phl p 1, Phl p 2, Phl p 4, Phl p 5, Phl p 6, Phl p 11 sind Markerallergene für die primäre Sensibilisierung auf Gräserpollen, während die IgE-Reaktivität auf Phl p 7 (Polcalcin) und Phl p 12 (Profilin) Kreuzreaktivitäten anzeigt. Eine Kreuzreaktivität zwischen Polcalcinen kann zwischen Gräser-, Baum- und Kräuterpollen beobachtet werden, wie z. B. Phl p 7 und Aln g 4. (2) Polcalcine sind jedoch nicht in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden. Im Gegensatz dazu sind Profiline nicht nur innerhalb ihrer biologischen Familie kreuzreaktiv, sondern auch darüber hinaus. Profiline sind kreuzreaktiv innerhalb Gräser-, Baum- und Kräuterpollen, aber auch mit Profilinen aus Latex und pflanzlichen Lebensmitteln, wie Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Getreide und Gewürzen. (3)

Diese Kreuzreaktivitäten können anhand der ALEX-Ergebnisse nachvollzogen, interpretiert und Behandlungsempfehlungen ausgesprochen werden. Ein zusätzliches, besonderes Merkmal des ALEX ist die automatische Blockade von klinisch irrelevanten IgE-Antikörpern gegen kreuzreaktive Kohlenhydratdeterminanten (CCDs). Phl p 1 und Phl p 4 sind CCD-tragende Proteine. Insbesondere Phl p 4 ist ein glykosyliertes Protein mit kreuzreaktiven Kohlenhydratdeterminanten (CCDs), welches eine hohe Frequenz an IgE-Reaktivität und eine geringe Allergenität aufweist, da sensibilisierte Personen IgE-Antikörper gegen die klinisch irrelevanten CCDs entwickeln. (4)

Einige Fallstudien zeigen, wie hilfreich diese automatische CCD-Blockierung des ALEX-Multiplex-Tests in der täglichen Routine der Kliniker tatsächlich ist. In einem konkreten Fall einer vermeintlich polysensibilisierten Patientin konnte die Anzahl der falsch erhöhten Ergebnisse von 110 auf 10 reduziert werden (Link zum Fallbeispiel: storyblok). An diesem Beispiel wird sehr deutlich, dass mit der CCD-Blockierung die Ergebnisse viel besser zum klinischen Bild passen und somit die Interpretationslast des Arztes deutlich reduziert wird. Gleichzeitig gibt es für die Patienten oft die gute Nachricht, dass Lebensmittel, die aufgrund früherer falsch positiver Testergebnisse wegen Kreuzreaktivität mit Pollenallergenen gemieden werden mussten, wieder in den Speiseplan aufgenommen werden können. In einer aktuellen Publikation wurde ein Vergleich zwischen den Ergebnissen von ALEX® und ImmunoCAP® ISAC für spezifische Allergenkomponenten durchgeführt und sie kamen zu dem Schluss, dass eine gute Korrelation zwischen ALEX® und ISAC besteht. Die Verwendung von CCD-Inhibitoren in ALEX®-Multiplex-Tests reduziert jedoch die Bindung von IgE an CCDs. Insbesondere polysensibilisierte Patienten und Patienten mit Pollen-Nahrungsmittel-Syndrom werden durch die Kombination der zweiten und dritten Ebene der Allergiediagnostik im selben Chip einen großen Vorteil haben. (5)

Was kann mir schnell Erleichterung bringen?

Bei akuten Symptomen können lokal wirkende Medikamente eine rasche Erleichterung bringen. Topische Medikamente wirken ausschließlich auf den Körperbereich, an dem sie angewendet werden. Dazu zählen Nasensprays oder Augentropfen mit Inhaltsstoffen wie Antihistaminika, Kortikoide und Vasokonstriktoren. Hingegen wirken Antihistaminika Tabletten als systemische Medikamente auf den gesamten Körper.

Langfristig gibt es für eine Gräserpollenallergie nur eine Lösung, eine Hyposensibilisierung mittels Immuntherapie. Phl p 1 und Phl p 5 fungieren als Markerallergene, die auf eine genuine Gräserpollenallergie hindeuten und bei der Diagnose sowie Indikationsstellung für eine Immuntherapie Klarheit schaffen. (6) ALEX liefert detaillierte und präzise Ergebnisse auf molekularer Ebene, welche für die Auswahl einer geeigneten Allergen-spezifischen Immuntherapie (AIT) hilfreich sein können.

ALEX - Der Schlüssel zur exakten Gräserpollenallergie-Diagnose.

References

(1) DOI: 10.1016/S1808-8694(15)31005-3

(2) DOI: 10.18176/jiaci.0054

(3) DOI: 10.1016/s0091-6749(97)70249-5

(4) DOI: 10.1016/j.jaci.2020.04.011

(5) DOI: 10.1186/s40413-018-0186-3

(6) DOI: 10.2332/allergolint.11-OA-0372